Lebensgefahr durch Autorennen auf alter L3381

Im Januar haben wir uns noch sehr über die Öffnung der Landesstraße 3381 für den Radverkehr gefreut (siehe hier ). Leider hat sich die Situation auf der alten Landstraße, die dauerhaft für den Gesamtverkehr gesperrt ist, dramatisch verschlechtert.

Die Straße darf laut Beschilderung nur von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Fahrrädern befahren werden.

Leider findet inzwischen starker KFZ-Durchgangsverkehr statt, was schon unverständlich genug ist, da die neu gebaute B252 fast parallel dazu verläuft. Mit diesem Problem haben wir gerechnet, weil dies ohnehin überall dort passiert, wo keine Kontrollen stattfinden. Leider könnte ich aus dem Stegreif ein halbes Duzend Wirtschaftswege aufzählen, die eigentlich familienfreundliche Radrouten wären, es aber faktisch nicht sind, weil sie als vermeintliche Abkürzung oder Schleichweg illegal mit KFZ befahren werden.

Auf der alten Landesstraße 3381 haben wir aber ein deutlich gefährlicheres Problem. Die Straße entwickelt sich auf Grund ihrer größtenteils noch vollen Fahrbahnbreite zu einer Renn- und und Teststrecke für skrupellose Verkehrsrowdys.

In den letzten Wochen zeigten sich hier Spuren, die eine deutliche Sprache sprechen: Hier fahren KFZ-Führer ohne Rücksicht auf Verluste Rennen, machen Beschleunigungstests und verlieren dabei die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Wer sich bei dieser Gelegenheit mit dem Fahrrad oder als Fußgänger auf der Fahrbahn befindet hat beste Chancen unter die Räder zu kommen.

Die Bilder sprechen ihr eigene Sprache. Leider kann man auch nicht von einem Einzelfall sprechen, denn alle paar Tage kommen neue Hinterlassenschaften wie eben ein Autowrack oder eindeutige Reifenspuren hinzu.

Das Autowrack welches wir im Graben vorfanden, haben wir der Polizei gemeldet, die auch danach gesucht hat. Eine Blog-Leserin, der ich ein Foto gezeigt hatte, informierte mich dann, dass das Fahrzeug inzwischen in der gleichen Straße vor dem Firmengelände der Autoverwertung „Anfang“ steht. Dort konnten die Polizeibeamten das Auto jedoch nicht finden. Wie sie das Fahrzeug übersehen konnten bleibt ein Rätsel (siehe Foto).

Ich habe dann noch eine Mitteilung über das Onlineformular der Polizei geschrieben auf die ich keinerlei Rückmeldung bekommen habe.
In Anbetracht der Gefährdungssituation hätte ich mir hier mehr Engagement von der Polizei gewünscht. Die Rennfahrer, die hier unterwegs waren haben zumindest keinen Grund ihre Aktion nicht zu wiederholen. Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich eine Anzeige gegen Unbekannt erstellt.

Die Straße verläuft zur Hälfte auf dem Gemeindegebiet Lahntal und zur anderen Hälfte auf dem Stadtgebiet Wetter. Ich habe mich an die Gemeinde Lahntal gewendet mit der Bitte zu überlegen, wie die aktuelle Gefährdungslage entschärft werden kann. Auf meine letzte Frage nach konkreten Maßnahmen habe ich bis dato keine Antwort erhalten. (Tipp: Bei Behörden immer zwei mal fragen sonst wird man ignoriert!)

Wir werden jetzt unsere Beobachtungen noch einmal bei der Ordnungsbehörde Wetter melden und ggf. hier berichten.

Gute Fahrt, bleibt wachsam!

2 Gedanken zu „Lebensgefahr durch Autorennen auf alter L3381

  • 14. August 2020 um 16:36
    Permalink

    Diese Woche Montag fuhr ich mit dem Fahrrad nach Marburg. Auf der L3381 begegneten mir wie gewohnt drei PKW. Weiterhin entdeckte ich mehrere neue Reifenspuren auf der Fahrbahn.
    Also erledigte ich meine Wege und fuhr anschließend zur Polizei, um den Fall und ein Erlebnis von vor ca. vier Wochen zu schildern. Da steckte ein Auto in der Böschung. Dahinter waren die üblichen Gummispuren, was von einer rasanten Fahrt zeugte.
    Ein Polizeibeamter, dessen Namen ich mir später notierte, zeigte keinerlei Verständnis. Er ist schon „seit 6:00 Uhr auf der Arbeit und setzt sich nur mit solchen Lappalien auseinander“. Außerdem wäre das nicht so schlimm. „Jugendliche, die sich treffen, fahren nun manchmal mit quietschenden Rädern los.“ Wenn ich mit dem Fahrrad da lang fahre, solle ich doch davon ausgehen, dass gerade keiner mit dem Auto seine Übungen vorführt. Ich hätte ja als Bürger die Möglichkeit, Sachen zu dokumentieren und zur Gemeinde zu leiten. Mit diesen Worten beendeten wir unser Gespräch.
    Bei mir machte sich völliges Unverständnis breit, weil ich keinen Weg für Fahrräder sehe, auf dem ich gefahrlos von Wetter nach Marburg komme.

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  • 17. August 2020 um 9:45
    Permalink

    Die Polizei präsentiert sich hier tatsächlich nicht als geeigneter Ansprechpartner und diese Bagatellisierung ist völlig unangemessen.
    Mir ist nicht klar, ob das aus einer gewissen Machtlosigkeit resultiert oder ob der Polizei die Gefährdungslage durch solche Aktionen nicht bewusst ist.
    Die Aussage „Wenn man mit dem Fahrrad da lang führe, würde schon keiner mit dem Auto dort Rennen fahren.“ ist komplett daneben. Wenn da eine/r Rennen fährt und du kommst ihm/ihr mit dem Rad in der Kurve entgegen, wirst du plattgefahren! Fertig!
    Ich wage mal einen Vergleich: Würde einer mit einem LKW ohne Nummernschild auf einer öffentlichen Straße „nur so zum Spaß“ wilde Rennen fahren, dann wäre die Polizei mit Sicherheit mit einem Großaufgebot und Hubschrauber vor Ort.
    Ggf. muss man das Thema innerhalb der Polizei mal an eine andere Abteilung adressieren.
    Hier denke ich an den Regionalen Verkehrsdienst Marburg-Biedenkopf mit den Hauptaufgabengebieten Verkehrssachbearbeitung, Verkehrserziehung und Verkehrsüberwachung.
    (https://k.polizei.hessen.de/16428507)

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