Lahn-Eder-Radweg – Loch an Loch und hält doch

Der Lahn-Eder-Radweg ist ein ca. 30 km langer Verbindungsradweg zwischen den beliebten Flussradwegen Lahntalradweg und Ederradweg.
Er verläuft dabei zwischen den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf durch die Kommunen Frankenberg, Burgwald, Münchhausen, Wetter und Lahntal.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg schließt die Gemeinde Burgwald nun zwischen Burgwald und Wiesenfeld eine nicht ausgebaute Lücke.
Dieser rund 650 Meter lange Abschnitt soll jetzt asphaltiert und drei Meter breit ausgebaut werden. Dabei unterstützt das Land die Gemeinde Burgwald Mit rund 71.000 Euro nach der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der Nahmobilität. Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf rund 113.000 Euro.

Die Veröffentlichung dieser Maßnahme auf der Seite der „Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen“ trägt folgende Überschrift:

„Lahn-Eder-Radweg bald ohne Lücke..“!


Diese Aussage ist leider (sehr) falsch!
Lückenlos würde für eine touristische Radroute bedeuten, dass der Radweg eine weitgehend durchgehende Radverkehrsinfrastruktur mit einem familienfreundlichen Standard aufweist. Von Frankenberg aus gesehen fallen einem jedoch schon aus dem Stehgreif unzählige Mängel ein!

  • Die Führung in Frankenberg (wo er auf gemeinsamer Route mit dem Ederradweg verläuft) durch das Industriegebiet zusammen mit dem Schwerlastverkehr und an Parkbuchten eines Baumarktes vorbei ist gefährlich
INFO
Zum Glück darf man hier auf Besserung hoffen.
So werden zumindest die Planungsgrundlagen mit einem Verkehrskonzept geschaffen.
Der Landkreis Waldeck-Frankenberg will für 100.000 Euro ein kreisweites Konzept für den Alltagsradverkehr erstellen.
https://www.nahmobil-hessen.de/aktuelles/2019/11/25/kreisweites-radwegekonzept-waldeck-frankenberg/
  • In Ernsthausen verläuft die Route im gemischten Verkehr und später auf einem Gehweg entlang der B252.

Auf dem Verlauf in Marburg-Biedenkopf sieht es auch nicht besser aus:

  • In Münchhausen quert die Route ungesichert die stark befahrene Bundesstraße 236 und verläuft am Ortsausgang wieder auf einem Gehweg.
  • Zwischen Münchhausen und Obersimtshausen ist die Wegeoberfläche schon gemeingefährlich. Hier rumpelt man über eine total aufgelöste ehemalige Asphaltdecke.
  • Dann weiter auf einer Kreisstraße im Mischverkehr nach Untersimtshausen.
  • Zwischen Untersimtshausen und Todenhausen geht es dann über einen Spurweg, der mit einem mehrspurigen Fahrrad oder Anhänger kaum befahrbar ist.
  • In der Stadt Wetter geht es dann völlig ohne Radverkehrsinfrastruktur im Mischverkehr durch das Einkaufszentrum
  • Dann weiter über eine enge Kreisstraße mit erlaubtem Tempo 100!
  • Zum Abschluss muss dann noch die vielbefahrene Bundesstraße 62 ebenfalls ohne Sicherung überquert werden.

Lückenlos sieht anders aus!

Allerdings sind für Marburg-Biedenkopf folgende notwendigen Maßnahmen schon durch den Radverkehrentwicklungsplan des Landkreises identifiziert:

  1. Ortsdurchfahrt Münchhausen (im Zuge der Planung einer schnellen Radwegeverbindung im Wetschaftstal)
  2. Fahrbahndecke zwischen Münchhausen und Obersimtshausen (Gemeinde Münchhausen)
  3. Ausbau des Spurwegs (Stadt Wetter)
  4. Verkehrskonzept Wetter Kernstadt (Stadt Wetter, Landkreis)

Die Feststellung des Bedarfs im Radverkehrentwicklungsplan bedeutet allerdings noch lange nicht, dass diese Maßnahmen auch umgesetzt werden.
In den meisten Fällen ist die Kommune für den Bau zuständig!

Wir freuen uns sehr über die Maßnahme der Gemeinde Burgwald!
Immerhin nimmt sie 42.000 Euro selber in die Hand um Radverkehr zu fördern.
Das darf man schon als sehr fortschrittlich betrachten!

Also liebe Stadt Frankenberg, liebe Gemeinden Münchhausen, Wetter und Lahntal, nehmt euch eine Beispiel an Burgwald und baut Radwege!
Viele werden es euch danken!

Quellen:
https://www.nahmobil-hessen.de/aktuelles/2019/11/13/lahn-eder-radweg-zuschuss-ausbau/
https://gis.marburg-biedenkopf.de/project/radverkehrsentwicklungsplan

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