Sperrung des Lahntalradwegs

Aufatmen für Fahrradpendler zwischen zwischen Sarnau und Cölbe.

Die drohende Sperrung des Lahnradwegs in den Sommermonaten 2020 ist nach Angaben von Hessen Mobil vom Tisch.

Noch im Herbst 2018 plante Hessen Mobil aufgrund der Bauarbeiten rund um die neue Bundesstraße 252 eine Vollsperrung des Lahntalradwegs und damit dem Hessischen Radfernweg R2 im Abschnitt zwischen Cölbe und Sarnau. Die Gemeinde Cölbe erwog daher zusammen mit Hessen Mobil eine weitläufige Umleitung durch den Wald (siehe blauer Pfad in folgender Karte).

Hier klicken zum Ein- und Ausblenden:

Verworfene Umleitung
Verlauf Lahntalradweg
mögliche Umfahrung über K81
Verworfene Umleitung: Distanz 6.2 km | 110 m Höhenunterschied
Verlauf Lahntalradweg: Distanz 4.7 km | 0 m Höhenunterschied

Diese Umfahrung sollte über teilweise unbefestigte Waldwege geführt werden. Zusätzlich noch größtenteils mit extremer Steigung bzw. Gefälle. Dies wäre aus unserer Sicht eine unglaubliche Zumutung und Gefährdung sowohl für den touristischen als auch für den alltäglichen Radverkehr gewesen.

Verworfene Umleitung über Waldweg bei Sarnau

Sehr wahrscheinlich wären auch einige Radfahrer auf die gefährliche L3381 (Goßfelden über „Zum Weißen Stein“ nach Marburg) ausgewichen.
Die meisten Fahrrad-Berufspendler hätte man mit dieser Maßnahme aber sicher abgewürgt und damit empfindlich die Radverkehrsentwicklung gestört.
Da in dieser Zeit auch der Bahnverkehr aufgrund von Bauarbeiten eingestellt ist, wäre auch eine alternative Mitnahme von Fahrrädern in der Bahn nicht möglich gewesen.

Dies Pläne sind zum Glück verworfen worden und es wurde ein guter Kompromiss zwischen den Erfordernissen der Bauarbeiten und der Aufrechterhaltung des Radverkehrs gefunden.

Vorerst bleibt die Radverkehrsführung so wie sie aktuell ist, also über den Bahnübergang Sarnau Bahnhof, am Klärwerk vorbei und in Sarnau über den Gartenweg. (leichte Abweichung vom schwarzen Pfad oben in der Karte)

Im Rahmen von Baumaßnahmen der Kurhessenbahn (Verlagerung der Gleise um der neuen Bundesstraße Platz zu machen) wird der Bahnübergang bei Sarnau Bahnhof zurückgebaut. Ab diesem Zeitpunkt soll dann schon die neue Trasse des Lahntalradweges entlang der B62 bis nach Sarnau nutzbar sein (orangener Pfad in unterstehender Grafik).

Bildquelle: Google Maps und Arbeitskreis B252 neu Göttingen + Sarnau


Herausforderung für Hessen Mobil: Diese neue Trasse führt genau durch die große Brückenbaustelle an der Stelle wo die B252 neu die Bahn überqueren wird. Hier will man mit einer temporären Einhausung für eine sichere Durchfahrt sorgen. Lediglich kurzzeitig sei hier möglicherweise eine Vollsperrung notwendig um diese Einhausung wieder abzubauen. In dieser Zeit kann dann eventuell eine Umfahrung über die K81 genutzt werden. Für die zweite Brückenbaustelle in Höhe des Klärwerks soll eine Baustraße bzw. ein Schotterweg – wie vorletztes Jahr am Brückenbauwerk auf der K81 praktiziert – als Umfahrung dienen. (grüner Pfad in der Karte ganz oben)

Damit kann man im Vergleich zur vorher avisierten Lösung wirklich leben!
Radverkehr ernst nehmen? Hier schon!

Übrigens hatten die Lahntaler Grünen bereits im September 2016 eine ordentliche Führung des Radverkehrs während der Bauzeit eingefordert:
http://www.gruene-lahntal.de/2016/09/18/b252b62-neubau-radwegefuehrung-fuer-den-lahntalradweg-in-klaerung/

Eine Herausforderung gibt es dennoch! Auf dem Radwegabschnitt muss in absehbarer Zeit eine Sanierung der Lahnbrücke erfolgen, die parallel zur Eisenbahnbrücke verläuft. Der Holzbohlenbelag ist marode und muss komplett ausgetauscht werden.
Dies kann offensichtlich nur unter einer Vollsperrung der Brücke erfolgen.

Die ursprünglich geplante Vollsperrung des Lahntalradweges wäre hier natürlich eine gute Gelegenheit zur Durchführung dieser Maßnahme gewesen aber jetzt muss dafür eine andere Lösung her.
Ideal wäre natürlich eine Hilfsbrücke, die z. B. durch das THW errichtet werden könnte. Ob dies baulich überhaupt funktioniert und mit vertretbarem Aufwand realisierbar ist, scheint allerdings fraglich.
Wir haben daher folgende pragmatische Idee ins Spiel gebracht:

Zumindest für Fußgänger und einspurige Fahrräder wäre es sehr hilfreich, den an die Eisenbahnbrücke angebauten Fußgängersteg für die Bauzeit zu öffnen.
Der Steg ist tip top in Ordnung und bis zum Bau der Brücke haben tausende von Menschen jahrelang unbeschadet dort den Fluss überquert.

Fußgängersteg an der Eisenbahnbrücke bei Göttingen


In Buchenau gibt es einen nahezu baugleichen Steg, welcher nach wie vor für den Fußverkehr geöffnet ist.

Fußgängersteg an der Eisenbahnbrücke bei Buchenau

Der Zustand der beiden Brücken wird gleich bewertet, so dass es aus baulicher Sicht keine Einwände gegen die temporäre Öffnung geben sollte.

Brücke Buchenau: https://bruecken.deutschebahn.com/bruecke/115089
Brücke Göttingen: https://bruecken.deutschebahn.com/bruecke/115093

Wenn die Maßnahme im Sommer 2020 durchgeführt würde, hätte man in dieser Zeit sogar gar keinen Bahnverkehr auf der Brücke.
Denken sie jetzt auch spontan an einen Draisinen-Fahrradtransport?
Na, das wäre mal eine Attraktion!!!

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