Eröffnung B252 Neu – Auswirkungen auf das Radnetz

Am 21.12. wurde das mittlere Teilstück der B252 Neu zwischen Goßfelden und Wetter feierlich eröffnet.

Was hat diese Eröffnung mit dem Radverkehr zu tun? „Nichts“, wird man denken, denn es wurde ja für Autos gebaut. Leider ist der Radverkehr aber sehr wohl von der Maßnahme betroffen.

Querung der Kreisstraße 123

Von Einschränkungen durch die Bautätigkeiten abgesehen, war die erste größere Einwirkung auf den Radverkehr der Bau der nördlich von Wetter verlaufenden Ortsumgehung (Kreisstraße 123). Diese zerschneidet nämlich die bis dahin durchgehend verlaufende Radverkehrsverbindung zwischen Wetter und Amönau (und somit den Lahn-Eder-Radweg und weitere regionale Radrouten). An der Stelle, an der der Radverkehr nun die Kreisstraße kreuzt wurde eine für den Radverkehr ungeeignete Fußgänger-Querungshilfe errichtet. Der Übergang befindet sich in einer schlecht einsehbaren Kurve. Immerhin ist die Höchstgeschwindigkeit auf 50 Km/H begrenzt, was jedoch auf eine mangelhafte Akzeptanz stößt.

War diese Querung bisher schon schwierig, so wird sie mit der Teileröffnung der Bundesstraße zu einem regelrechten Problem. Wer mit dem Auto von Wetter über die Neubaustrecke ins Lahntal fahren will und nicht aus Richtung Amönau kommt, muss über die Kreisstraße 123 fahren. Entsprechend wird die Verkehrsmenge dort massiv ansteigen. Konnte man früher getrost sein Kind mit dem Fahrrad von Amönau nach Wetter schicken, so müsste man aktuell eher davon abraten.

Querung der Bundesstraße 62

Mündung der Kreisstraße 81 auf die Bundesstraße 62

Die steigende Verkehrsmenge wird auch an anderer Stelle zum Problem. Weil die Neubaustrecke in Goßfelden auf der Bundesstraße 62 endet, wird ab dort der Verkehr Richtung Marburg massiv zunehmen. In diesem Abschnitt quert der Lahn-Eder-Radweg die B62 in einem Bereich ohne Geschwindigkeitsbegrenzung (Kreuzung Niederwettersche Straße/B62). Bei Verkehrsschauen wurde hier kein Handlungsbedarf gesehen, da die Kreuzung gut einsehbar sei. Mir wurde jedoch von verschiedener Seite berichtet, daß diese Kreuzung als regelrechte Angststelle empfunden wird. Das Problem ist, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge richtig einzuschätzen (welche oft sehr hoch ist) um dann zügig die Bundesstraße zu überqueren. Manche nehmen es daher sogar in Kauf, die völlig unwegsame (und illegale) Umfahrungsmöglichkeit durch die feuchten Wiesen bis Göttingen zu nutzen, um die Straße erst in der Ortslage zu queren.
Nach Eröffnung des südlichen Abschnittes der Neubaustrecke wird sich die Situation zwar entschärfen aber es ist nach Aussage von Hessen Mobil weiterhin mit hohen Verkehrsmengen zu rechnen.

Geänderter Verlauf des Lahntal-Radweges

Auch durch die Verlegung des Lahntal-Radweges wird die Situation schwierig bleiben. In der Grafik blau eingezeichnet ist der Weg, den die Radfahrenden in Zukunft nehmen müssten um von Wetter aus Richtung Göttingen zu fahren.
In einem Gespräch mit Hessen Mobil und dem Radverkehrsplaner des Landkreise ergab sich die gemeinsame Ansicht, dass man den Übergang baulich absichern sollte. Von Seiten Hessen Mobils sieht man jedoch eine schwierige Ausgangslage bzgl. der notwendigen Flächenverfügbarkeit. (Im Kreuzungbereich mit Abbiegespuren ist die Fahrbahnbreite sehr schmal). Zumindest ist das Thema nun auf der Agenda und wir werden es mit Sicherheit im Blick behalten.

Lösungsmöglichkeiten für die Kreisstraße 123

Auch die zuvor beschriebene Situation an der Kreisstraße 123 bedarf einer baulichen Lösung. Der für den Radverkehr freigegebene Fußweg verläuft von Amönau aus bis zum Übergang parallel zur Straße. Man hat also den Längsverkehr, den man queren will im Nacken. Das habe ich schon im Zuge der Bürgerbeteiligung des Landkreises bemängelt. Siehe hier: https://www.mein-marburg-biedenkopf.de/dialog/radverkehrsdialog-den-burgwaldkommunen/querung-der-k-123
Wie es anders gehen kann, nämlich mit einer Verschwenkung des Weges zeigt das Foto mit einem Beispiel aus Treysa.
Für Kinder wirklich sicher wäre der Übergang nur mit einer Lichtsignalanlage.

Auf alle Fälle sollte die Geschwindigkeitsbegrenzung durchgesetzt werden, denn eine große Gefahr stellen Fahrzeuge dar, die mit überhöhter Geschwindigkeit aus der Kurve ankommen. Die Sichtweite beträgt je nach Vegetationsphase höchstens 80 Meter.

© GeoBasis-DE / BKG 2019

Titelbild: Kreisstraße 123 bei Wetter © GeoBasis-DE / BKG 2019

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