Waldrodung stoppen – Fahrradsternfahrt am Samstag

Wichtiger Hinweis: In Absprache mit der Polizei haben die Organisatoren den Ablauf angepasst. Es gibt keine Sternfahrt. Auftakt ist stattdessen eine Kundgebung am Sportplatz Lehrbach um 14 Uhr. Danach führt der Demonstrationszug aus Traktoren und Fahrrädern wieder über die Bundesstraße 62 bis zur Kirschbrücke am Ortsrand von Niederklein und zurück. An der geplanten Trasse der A 49 findet dann ab 15 Uhr die Abschlusskundgebung statt.

Fridays for Future Marburg planen aber trotzdem eine Gemeinsame Fahrt von Marburg aus, sie schreiben: "Leider wurde die Sternfahrt von Marburg aus nicht genehmigt, deswegen kam die Idee auf, in Form einer Critical Mass (Anleitung unten) von Marburg los zu fahren. Dafür brauchen wir min. 16 Mitfahrer*innen.
Stefan vom Klimabündnis Marburg hat sich ein bisschen informiert, und
vorgeschlagen dass wir uns um 12 Uhr am HBF Marburg treffen, dort gibt
es dann entweder die Möglichkeit:
1. direkt mit dem Rad gemeinsam los zu fahren (ca. 30km), die genaue
Route klären wir gerade noch ab, wir hätten auf jeden Fall Pausenpuffer oder
2. Dass, alle die möchten, gemeinsam mit dem Zug um 12:20 nach
Stadtallendorf fahren, dort startet dann eine Sternfahrt (ca. 8 km)"
Bildquelle: Bürger- und Umweltinitiative Schutzgemeinschaft Gleental e.V.

Die Fernstraßenbaugesellschaft des Bundes und der Länder DEGES plant den Bau der A 49-Teilstücke zwischen Schwalmstadt über Stadtallendorf-Nord bis zur Einmündung der Trasse in die A 5 bei Gemünden/Felda. Die Gesamtkosten für diesen Lückenschluss werden mit 1,1 Milliarden Euro angeben und der Abschnitt wird nach dem volkswirtschaftlich umstrittenen ÖPP-Verfahren privat finanziert und gebaut. Die Bauzeit für das 30,8 Kilometer lange Teilstück wird mit 2020 bis 2024 angegeben.

In ein paar Tagen schon, nämlich in der vegetationsfreie Periode zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar sollen im Dannenröder Forst und im Herrenwald die Bäume entlang der geplanten Trasse gefällt werden.

Die Schutzgemeinschaft Gleental wehrt sich gegen die Rodung des intakten Mischwaldes und den Weiterbau der A 49 und veranstaltet daher am Samstag den 28.9.2019 eine Fahrrad- und Traktoren-Sternfahrt und eine Demonstration.

Treffpunkt und Kundgebung von Demo und Sternfahrt ist um 15:00 Uhr an der Bundesstrasse 62 (Kirschbrücke bei Niederklein)
Die Auftaktveranstaltung beginnt um 14.00 Uhr am Sportplatz in Lehrbach.
Weitere Startpunkte:
14.00 Uhr Homberg Ohm Rathaus (Fahrräder)
14.00 Uhr Kirtorf Rathaus (Fahrräder)
14:00 Uhr Marburg Bahnhof (Fahrräder)
14.30 Uhr Lehrbach Sportplatz (Traktoren)
14.30 Uhr Stadtallendorf Bahnhof (Fahrräder)

Die Schutzgemeinschaft fordert die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses aus dem Jahr 2012, da dieser gegen geltendes EU-Recht verstoßen habe.

In einem Interview mit der OP am 10.08.2019 gibt Tarek Al-Wazir keinen Grund zur Hoffnung auf einen Baustopp, er sagt:

 "Es gibt einen Planfeststellungsbeschluss, der vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde und damit rechtskräftig ist.
 Und deshalb bin ich jetzt schlichtweg verpflichtet, den Auftrag umzusetzen, das Land ist ja in Auftragsverwaltung für den Bund tätig."

Die Schutzgemeinschaft Gleental informiert am 18.9.2019 darüber, dass der Bund für Umwelt- und Naturschutz („BUND“) sich der Forderung der Schutzgemeinschaft nach einem sofortigen Rodungsstopp im Danneröder Forst und Herrenwald angeschlossen hat und einen Antrag auf Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen in Wiesbaden gestellt hat.
Der BUND zu den Gründen:

 "Der Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2012 berücksichtige die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel nicht, so vor allem die Bedeutung des Waldes als CO2-Speicher.
 Insbesondere verstoße der Autobahnausbau auch gegen die Wasserrahmenrichtlinie der EU (WRRL), die einen europaweiten Gemeinschaftsrahmen für den Schutz und die Bewirtschaftung des Wassers festlegt.
 Oberflächengewässer und Grundwasser sollen demnach geschützt und eine Verschlechterung unbedingt verhindert werden."

 

Quellen und weiterführende Informationen:

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